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19. An dich, der du von der Karriereleiter gepurzelt bist

Wenn du nach dem Tod noch einmal über das Leben nachdenkst, ist es alles "wurscht".

"Ist alles wurscht. Hör auf zu heulen! Ist doch nur schade um die Tränen."
Wenn wir ein bisschen erwachsener werden, erkennen wir, daßl; es nichts gibt, über das es sich wirklich lohnte, sich aufzuregen. Die Lebewesen machen alle ein großes Theater um Kinderkram.

Alle Welt macht ein Theater um nichts. Warum das Ganze? Gibt es wirklich etwas in der Welt, für das es sich lohnte, so ein verheultes Gesicht zu machen?

Manchmal hört man die Schauspieler im Theater sagen: "Was soll ich nur tun, was soll ich nur tun?"
Mir selbst ist diese Frage allerdings noch nicht über den Weg gekommen. Denn ich sage mir: "Ist doch alles wurscht!"

Glück und Pech, Gut und Schlecht: Es ist nicht alles so, wie es aussieht. Es ist auch nicht alles so, wie du denkst. Wir müssen über Glück und Pech, Gut und Schlecht hinausgehen.

Die Welt dreht sich bloß im Karma.

Die Erkenntnis der Menschen ist bloß die Welt, die wir durch das Fenster unserer karmischen Illusionen erspähen können. Erst wenn wir mit der Welt, die wir durch unsere karmischen Illusionen hindurch erblicken, Schluss machen, sehen wir die letztgültige Welt.

Wir müssen die Welt des Karmas verlassen, anstatt uns an ihr herumzuplagen.

Wir reden von unserem Leid und Kummer, aber woraus bestehen eigentlich unser Leid und Kummer? Ist das nicht so wie mit einem, der seinen eigenen Furz mit der Hand einfängt, daran riecht und ausruft: "Pfui, wie das stinkt!"
Je besser es einem geht, desto mehr beschäftigt er sich mit seinen Pfürzen. So jemanden müssen wir erst einmal mit wirklichem Leiden vertraut machen.
Sich aus Seelenqual aufzuhängen oder in's Wasser zu gehen - ist das nicht ziemlich abgehoben? Leiden ist nicht mehr als das Leid, zu dem wir selbst es machen. Es gibt sogar welche, die sich mühsam daran plagen, ihr eigenes Leiden zusammenzubasteln.

Die Gemüter der Menschen werden stets von Wind und Wellen bewegt. Wind und Wellen schriftlich festzuhalten und zu verkaufen ist ein seltsames Gewerbe, genannt "Literatur".

Weil du alles auf dich selbst beziehst, sieht alles wie ein großes Problem aus. Wo kein Gemüt ist, da sind auch keine Probleme.

Weil du das, was du akzeptieren musst, nicht akzeptieren willst, plagst du dich.

Glauben bedeutet dasselbe wie Undenken: Zu akzeptieren.
Was akzeptieren? Akzeptieren bedeutet hier nicht einfach, dem Stärkeren nachzugeben.

Stumm zu akzeptieren was notwendig ist bedeutet Satori. Großes Satori heißl;t, die Notwendigkeit als Notwendigkeit klar zu erkennen. Denn Notwendigkeit ist in den Kosmos eingebunden.

Da gibt es welche, die sich über das Sterben Sorgen machen:
"Keine Sorge - du stirbst schon!"


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